Nürnberg - Prag / im querschnitt



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Die Ausstellung, die vom 16. September bis 28. Oktober 2008 in Ausstellungsräumen des Clam-Gallas –Palais in der Prager Altstadt. präsentiert wird, entstand als eine auf die weitere Entfaltung der partnerschaftlichen Beziehungen und Kooperation zwischen den Städten Prag und Nürnberg orientierte Initiave .

Diese Beziehungen stützen sich offiziell auf dem Partnerschaftsvertrag zwischen den genannten Städten, der bereits am 3.September 1990 (als überhaupt erster derartiger Städtevertrag, dank deren die tschechische Hauptstadt Prag nach der „samtenen Revolution“ ihre „Rückkehr nach Europa“ umzusetzen begann) abgeschlossen wurde. Der eigentliche Ursprung dieser Partnerschaft ist jedoch vor allem in den langjährigen historischen Bindungen beider europäischen Metropolen zu suchen, die bis in das 14. Jahrhundert reichen und mit der Persönlichkeit des böhmischen Königs und deutsch-römischen Kaisers Karls IV. verbunden sind. Und die auch in späteren Jahrhunderten zwar mit unterschiedlicher Intensität verliefen, nie jedoch auf die Dauer unterbrochen wurden.

Auf eine Reihe von gemeinsamen Aktivitäten Prags und Nürnbergs in den 90. Jahren knüpft nun diese Ausstellung an. Diese Veranstaltung will jedoch keinesfalls nur als ein von Zeit zu Zeit abzuführendes „Bussgeld“ an die offiziellen Vertragsverpflichtungen verstanden werden. Im Gegenteil, ihr Ziel ist es, in dem heutigen sich immer mehr öffnenden und gegenseitig sich vernetzenden Kulturtraum Europa eine weitere außerhalb jedes Formalen stehende Anregung sowohl für die weitere Entfaltung der freundschaftlichen Zusammenarbeit zweier bedeutender Kulturzentren, als auch für den gesamten europäischen Kulturaustausch zu sein.

Das Clam-Gallas –Palais, ein erstrangiges Werk der europäischen Barockkunst, dessen Schöpfer der führende europäische Architekt des 18. Jh. Johann Bernard Fischer von Erlach war, dient seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Sitz des Archivs der Hauptstadt Prag. Nachdem jedoch in den neunziger Jahren ein modernes Archivgelände in der Prager Südstadt vollendet und die meisten Archivbestände in diesen Standort überführt wurden, bot sich die Gelegenheit, dieses erstklassige historische Baudenkmal auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf Initiative des Archivdirektors, Doz. Václav Ledvinka, werden hier nun bereits seit mehreren Jahren regelmäßige sowohl kulturhistorische, als auch rein künstlerische Ausstellungen organisiert, viele davon mit internationaler Dimension. Aus diesem Grunde scheint die Unterbringung auch dieser partnerschaftlichen internationalen Ausstellung von Prag und Nürnberg gerade hier als logisch und begründet.

Konzept der Ausstellung

Mit dem Ziel, die eigenständige Entwicklung, aber gleichzeitig die markante Orientierung an aktuelle Fragen der Bildenden Kunst quer durch die Generationen der tschechischen und deutschen Autoren vorzustellen, wurde eine gemeinsame Schau von insgesamt acht Künstlern zusammengestellt. Jeweils vier von jeder Seite – der Prager und Nürnberger Künstler der mittleren und älteren Generation -, die dank ihrer nicht zu übersehenden Position im nationalen wie im internationalen Kontext der gegenwärtigen Kunstszene sowohl eine Garantie für die Qualität als auch für ein breites Besucherecho darstellen.

Bewusst jedoch haben die Kuratoren - Künstler und Kurator Thomas May für Nürnberg und Kunsthistorikerin Dr. Petra Hoftichová für Prag - die Künstler – fünf Männer und drei Frauen – ausgewählt, in deren Gegenwartsschaffen trotz aller Unterschiede inhaltliche wie formale Parallelen zu finden sind. Ihre Werke beruhen nicht auf Gegensätzen, sondern auf gemeinsamem Dialog ähnlicher Techniken und Ausdrucksmittel, die dem Betrachter eine eigene konzeptionelle Auffassung anbieten.

Xénia Hoffmeisterová (1958) glossiert ironisch unsere Gegenwart: ihre realistische Abbildung ganz alltäglicher Gegenstände und Themen geht über in eine eindringliche imaginative Aussage abgeschliffener Formen und Bedeutungen. Ihr Gegenüber in unserer Ausstellung ist Peter Angermann (1945), der ebenso wie Hoffmeisterová in seinen, auf den ersten Blick, eher traditionellen Werken eine kritische Ironie verbirgt, dank der seine Interpretation der Wirklichkeit ungeschliffen und reizvoll wirkt.

Der Gegenpol zu Zdeněk Beran (1937), einem der Gründer der Gruppe „Zaostalí“ (Die Rückständigen), deren Mitglieder Erfahrungen aus dem Leben und der Kunst der avantgardistischen Ära nichtkonformer tschechischer Kunst der 60er und 70er Jahre verbanden, ist auf Nürnberger Seite der Bildhauer Hubert Hess (1953), den mit Beran vor allem das Interesse am Material des Kunstwerks und dessen räumlicher Gestaltung verbinden.

Vladimír Kokolia (1956), dessen vielseitiges Talent auch in die poetische Richtung geht, „modelliert“ seine Zeichnungen und Malereien mit einer klaren Linie, ebenso wie sein Nürnberger Gegenüber Peter Kampehl (1947). Gleichzeitig lassen sich jedoch beide Maler in ihrer künstlerischen Aussage nicht durch die Fläche ihres Gemäldes begrenzen, sondern überschreiten sie um ein Vielfaches in Richtung des ganzen Ausstellungs- und Lebensraumes.

Veronika Bromová (1966) gehört zu den bekannten Vertreterinnen der Gegenwartsfotografie, die manchmal mit räumlichen Installationen oder auch Videoart verbunden ist. Dem gleichen künstlerischen Genre widmet sich auch Pirko Julia Schröder (1970), die jedoch im Unterschied zu Bromová, die sich auf die Herausbildung ihrer ganz eigenen Realität konzentriert, die Wirklichkeit eher anatomisch zerlegt, um sie dann wieder in neuen überraschenden Zusammenhängen neu herzustellen.

Veranstalter:

Hauptstadt Prag – Magistrat der Hauptstadt Prag
Stadt Nürnberg – Amt für Internationale Beziehungen

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von:

Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnber
Pavel Bém, Oberbürgermeister der Hauptstadt Prag
Helmut Elfenkämper, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Tschechischen Republik
Rudolf Jindrák, Botschafter der Tschechischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland

Präsentationen:

Prag:
Archiv der Hautpstadt Prag, Clam-Gallas-Palais, Prag 1, Husova Str. 20
16.September – 28. Oktober 2008
Geöffnet täglich außer Mo 10 – 18 Uhr

Nürnberg:
Kunsthaus im Kunst–Kultur–Quartier, Königstrasse 93, Nürnberg
26.Februar– 15.März 2009

Ausstellungsteam:

Projektleitung
Magdalena Živná (Prag)

Konzept der Ausstellung
Thomas May (Nürnberg)

Kuratoren
Thomas May (Nürnberg), Petra Hoftichová (Prag)

Koordinatorin
Elisabeth Macht (Nürnberg)

Gesamtorganisation, Public relations und Medienkommunikation:
NOEMI Arts&Media, Agentur für internationale Kommunikation, Prag
- PhDr. Magdalena Živná, m.zivna@noemi-media.cz, tel. 604 365 337

Grafisches Konzept
Schröders Büro, Nürnberg - Stuttgart

Medienpartner Prag:
Radio Classic FM
Ateliér, Revue für zeitgenössische Kunst

Die Ausstellung wird vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und von der Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg unterstützt.